Freitag 25 November 2016

Israelisches Militär nimmt bei nächtlicher Razzia Computer und Server einer palästinensischen NGO mit

Freitag 25. November 2016

Israelische Sicherheitskräfte zerstörten in den frühen Morgenstunden von Mittwoch die Türen einer von einem führenden palästinensischen Politiker gegründeten Hilfsorganisation in Ramallah und nahmen Computer, Server und Filmmaterial der Überwachungskameras mit. Sie hinterliessen in dem Büro in der Unterstadt von Ramallah ein Chaos von zersplittertem Glas und herumgeworfenen Papieren.

Das Team des Health Development Information and Policy Institute (HDIPI) arbeitete in den Nachmittagsstunden in dem Durcheinander in Anwesenheit von Reportern und Beamten der Palästinensischen Autonomiebehörde. In einem Flur klafften in der Wand Löcher, die die Soldaten in der Nacht zuvor geschlagen hatten.

Obwohl Einfälle des israelischen Militärs in Ramallah, dem Sitz der PA, häufig vorkommen, ist es nicht üblich, dass Sicherheitskräfte in die Arbeitsräume von NGOs eindringen. Noch weniger, um Computer und Server abzutransportieren.

HDIPI wurde 1989 von Mustafa Barghouti gegründet, dem Chef der Palästinensischen Nationalen Initiative, einer unabhängigen politischen Partei.

"Wir denken, dass dies ein Angriff auf Organisationen der Zivilgesellschaft ist", sagte Barghouti. "Die israelische Armee kann eindringen, wann sie will und wo sie will."

"Die Alarmanlage hat funktioniert", sagte Walid Azzat, Direktor der HDIPI, er habe vom dem Einbruch in sein Büro erfahren, nachdem die Alarmanlage im Haus die palästinensische Polizei informierte, die dann ihn anrief und ihm mitteilte, dass jemand gegen 2 Uhr 30 morgens in das Haus gegangen sei. Aber erst am Morgen erfuhr Azzat durch die Berichte der lokalen Medien, dass die israelische Armee eingebrochen hatte.

Eine Angestellte sagte, sie sei von einem Nachbarn angerufen worden, der ihr sagte, Soldaten seien im Büro gewesen. Was die israelischen Sicherheitskräfte mit den elektronischen Geräte einer Gesundheitsorganisation wollten, sei ein Geheimnis, das aufzudecken sich nicht lohne, wie das Personal sagt. "Fragt sie doch, was sie hier gemacht haben", spottete die Angestellte, die bat, nicht namentlich genannt zu werden [...].

Nach früheren Vereinbarungen zwischen Israel und den palästinensischen Regierungen sind militärische Operationen innerhalb der Zone A einschl. Ramallah strikt verboten. Trotzdem wird diese Richtlinie routinemäßig ignoriert, was von palästinensischen Politikern (Führern) häufig verurteilt wird, die die Aktionen der Armee in palästinensischen Städten als Verletzung ihrer Souveränität anprangern.

Zu Beginn dieses Jahres setzten die Soldaten bei einem anderen Überfall in der Unterstadt von Ramallah einen halben Häuserblock in Brand, als sie das Safe eines Wechselgeschäfts sprengten.

Während das Feuer noch auf einen outdoor Obst- und Gemüsemarkt übergegriffen hatte, wurde die palästinensische Feuerwehr von den israelischen Soldaten, die noch am Ort tätig waren, daran gehindert, ihn zu erreichen. Armeeoffiziere gaben gegenüber der Times of Israel an, die Soldaten hätten gearbeitet, um "Gelder für die Terrorfinanzierung zu konfiszieren".

Palästinensische Geschäftsinhaber entdeckten beim Aufwachen einen Schaden von zehntausenden Dollar.

Es war das zweite Mal, dass das Militär in Büros des HDIPI eindrang. 2002, während der zweiten Intifada übernahmen die israelischen Sicherheitskräfte die Kontrolle des Arbeitsplatzes und machten daraus ein de facto-Basislager für die Zeit, in der sie für 40 Tage die Kontrolle von Ramallah übernahmen.

"Das Büro liegt an einem strategischen Punkt, von dem man alles rundherum überblicken kann", sagte Azzat und fügte hinzu, der Schaden sei damals größer gewesen, "es sah aus wie nach einem Erdbeben".

Im Konferenzraum katalogisiert eine Reihe von Fotografien den Schaden von 2002.

Nachdem das israelische Militär das Büro verlassen hatte, kam es im Zentrum von Ramallah zu einem Zusammenstoß zwischen Soldaten und palästinensischen Jugendlichen. Laut einem Statement von HDIPI wurden bei dem Zusammenstoss zwei Palästinenser von den israelischen Sicherheitskräften verletzt, die Soldaten hätten Tränengas, Gummigeschosse und Blendgranaten abgefeuert, während Palästinenser Steine warfen und Autoreifen anzündeten.

Quelle: www.mondoweiss.net/2016/11/military-computers-palestinian/

Übersetzung: K. Nebauer


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