Freitag 13 November 2015

Kein Frieden in Sicht, aber eine dritte Intifada

Freitag 13. November 2015

Kommunistische Parteien besuchten Israel und Palästina • Ein Bericht von Günter Pohl,

Der Tag der „Nakba“ , der 15. Mai 1948, ist für die Menschen in Palästina allgegenwärtig. (Foto: Günter Pohl)

Pa­läs­ti­na wird von Prä­si­dent Mahmud Abbas ge­führt; Neu­wah­len sind der­zeit noch un­si­cher und an­ge­sichts der ak­tu­el­len Ver­schär­fung der po­li­ti­schen Lage ste­hen sie eher in den Ster­nen, sagt man den Teil­neh­mer/innen der IM­CWP-De­le­ga­ti­on. In drei bis vier Mo­na­ten könne es zu Neu­wah­len kom­men, wenn Hamas zu­stimmt und Is­ra­el dann Hamas die Wahl­teil­nah­me auch er­laubt. Nach all­ge­mei­ner Mei­nung ist eine Ein­heits­re­gie­rung der Pa­läs­ti­nen­ser an­zu­stre­ben. Nur 2006 und ein zwei­tes Mal eben­so nur für we­ni­ge Mo­na­te im Jahr 2007 hatte es bis zum Bruch eine Ein­heits­re­gie­rung ge­ge­ben; und auch jetzt lehnt Hamas einen Re­gie­rungs­ein­tritt ab. Immer wie­der gibt es Un­stim­mig­kei­ten zwi­schen der Fatah des ver­stor­be­nen PLO-Füh­rers Jas­sir Ara­fat, die die stärks­te Kraft in der PLO ist, und der is­la­mis­tisch ori­en­tier­ten „Hamas“. Einen von Tony Blair vor­ge­schla­ge­nen Flug­ha­fen für Gaza lehnt die Au­to­no­mie­be­hör­de ab, so­lan­ge es kei­nen kon­kre­ten Ver­söh­nungs­pro­zess gibt; nach Ham­d­al­lahs Wor­ten un­ter­stützt die in Gaza füh­ren­de Hamas Blairs Vor­schlag. Es zeigt sich, wie sinn­voll Is­ra­els Un­ter­stüt­zung für den Auf­bau von Hamas war: ihr is­la­mis­ti­sches Selbst­ver­ständ­nis trug zur Spal­tung der pa­läs­ti­nen­si­schen Be­frei­ungs­be­we­gung bei, wenn auch Hamas nicht dem IS zu­neigt. Er­geb­nis ist eine ge­schwäch­te Be­frei­ungs­be­we­gung. Über­all im Nahen und Mitt­le­ren Osten sind re­li­gi­ös ge­präg­te Be­we­gun­gen vom US-Im­pe­ria­lis­mus oder Is­ra­el (im Falle des IS von Sau­di-Ara­bi­en) in-stal­liert und/oder fi­nan­ziert wor­den. Im Er­geb­nis wur­den lai­zis­tisch ge­präg­te Re­gime wie in Li­by­en oder dem Irak ge­stürzt; mit Sy­ri­en soll das letz­te fal­len und damit ne­ben­bei Russ­lands Ein­fluss im Nahen und Mitt­le­ren Osten ein­däm­men.
Hamas ge­hört aber den­noch zu einem re­gel­mä­ßi­gen, wö­chent­li­chen Aus­tausch der pa­läs­ti­nen­si­schen Par­tei­en und Or­ga­ni­sa­tio­nen in und um die Pa­läs­ti­nen­si­sche Be­frei­ungs­or­ga­ni­sa­ti­on (PLO), zu dem die IM­CWP-De­le­ga­ti­on in Ra­mal­lah ein­ge­la­den war. Dar­über hin­aus ge­hö­ren dazu u. a. die Fatah, die De­mo­kra­ti­sche Be­frei­ungs­front (DFLP), die Ver­ein­te De­mo­kra­ti­sche Union (FIDA), die Volks­front zur Be­frei­ung Pa­läs­ti­nas (PFLP), die All­ge­mei­ne Frau­en­uni­on, die Pa­läs­ti­nen­si­sche Na­tio­na­le In­itia­ti­ve, die Pa­läs­ti­nen­si­sche Volks­par­tei, die Avant­gar­de zur Be­frei­ung Pa­läs­ti­nas und die Ara­bi­sche Be­frei­ungs­front. Der ak­tu­el­le Ko­or­di­na­tor des Tref­fens, Omar She­ha­de, sagt, dass zwei Drit­tel der Be­völ­ke­rung eine neue In­ti­fa­da (dt: Auf­stand) wol­len. Auch die Mehr­heit der Par­tei­füh­rer sei dafür; neu werde sein, dass sie auch in Is­ra­el selbst von der dort le­ben­den pa­läs­ti­nen­si­schen Min­der­heit un­ter­stützt und um­ge­setzt werde. 1987 sei man für Be­frei­ung und Un­ab­hän­gig­keit in die erste In­ti­fa­da ge­gan­gen, 2000 ging es um die end­li­che Um­set­zung der Os­lo-Ver­ein­ba­run­gen. Die drit­te In­ti­fa­da werde nicht enden, bis ihre Ziele er­reicht wür­den. Nun, mit der „ex­trems­ten und fun­da­men­ta­lis­tischs­ten Re­gie­rung, die Is­ra­el je hatte“, die Land kon­fis­zie­re, wei­te­re Sied­lun­gen baue und Ost­je­ru­sa­lem be­setzt halte, werde eine klar eth­ni­sche Auf­tei­lung an­ge­strebt, so Omar She­ha­de: „Netan­ja­hu will einen jü­di­schen Staat zwi­schen Meer und Fluss“, also vom Mit­tel­meer bis Jor­da­ni­en – in ganz Pa­läs­ti­na.
Der FI­DA-Ver­tre­ter wies dar­auf hin, dass die jetzt in der ers­ten Reihe kämp­fen­den auf­stän­di­schen Ju­gend­li­chen die Ge­ne­ra­ti­on nach Oslo sind. Auch sie setz­ten sich für Be­frei­ung und Un­ab­hän­gig­keit ein. Wie stark die Ver­wur­ze­lung der heu­ti­gen Ak­ti­vis­tin­nen und Ak­ti­vis­ten mit den tra­di­tio­nel­len Or­ga­ni­sa­tio­nen ist (und damit auch deren Or­ga­ni­sier- und Dis­zi­pli­nier­bar­keit), wird durch­aus un­ter­schied­lich be­wer­tet. Aber „alle neh­men teil, ob Frau­en oder Stu­die­ren­de oder Ar­bei­ten­de“, so die Ver­tre­te­rin der Frau­en­uni­on. Und der DFLP-Re­prä­sen­tant ist si­cher, dass die sich an­bah­nen­de In­ti­fa­da das Thema Pa­läs­ti­na wie­der auf die in­ter­na­tio­na­le Agen­da set­zen wird.
Das ist auch drin­gend ge­bo­ten.
Das Kon­zept von zwei Staa­ten, das Frie­dens­kräf­te in der gan­zen Welt als Lö­sung wol­len, wird als „Zwei Staa­ten für zwei Völ­ker“ mitt­ler­wei­le auch von rech­ten Kräf­ten un­ter­brei­tet. Nur ist es die Per­ver­si­on der Idee: kürz­lich hat­ten die bri­ti­schen Kon­ser­va­ti­ven im EU-Par­la­ment zwar keine Mehr­heit, aber viel Un­ter­stüt­zung für die­sen Plan be­kom­men, der in ihrer Les­art eth­nisch ge­säu­ber­te Staa­ten vor­sieht – also den Hin­aus­wurf aller Ara­ber aus Is­ra­el. Für Zio­nis­ten von Rechts bis Mit­te-Links eine schö­ne Vor­stel­lung, aber für re­li­giö­se Fa­na­ti­ker nicht genug – denn die­ses Kon­zept würde immer noch einen pa­läs­ti­nen­si­schen Staat vor­se­hen. Wenn auch nur noch auf 22 Pro­zent der ur­sprüng­li­chen Flä­che, aber eben auf 22 Pro­zent des „Hei­li­gen Lands“, das dem „aus­ge­wähl­ten Volk der Juden“ vor­ge­se­hen ist. Und dafür haben Netan­ja­hu, Lie­ber­man und an­de­re ins­ge­heim eine hun­dert­pro­zen­ti­ge Vor­stel­lung.
Mit den Kom­mu­nist/inn/en Pa­läs­ti­nas konn­te die De­le­ga­ti­on se­pa­rat zu­sam­men­tref­fen. 1988 hatte sich aus der Pa­läs­ti­nen­si­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (PCP) die Pa­läs­ti­nen­si­sche Volks­par­tei (PPP) ent­wi­ckelt; aber ei­ni­ge Ge­nos­sin­nen und Ge­nos­sen mach­ten die­sen Weg nicht mit und hiel­ten an ihrer Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei fest. Beide Par­tei­en sind heute Mit­glie­der des IMCWP und wur­den neben der DFLP von der DKP ein­ge­la­den am 21. Par­tei­tag teil­zu­neh­men.
Die PPP emp­fing die De­le­ga­ti­on mit ihrem Vor­sit­zen­den Bas­sam Salhi. Drei Grün­de sieht er für die seit Wo­chen ver­schärf­te Si­tua­ti­on mit meh­re­ren Dut­zend Toten: Is­ra­els Neu­be­wer­tung des Zu­gangs zu den hei­li­gen Stät­ten, na­ment­lich des Tem­pel­bergs; Pa­läs­ti­nas ver­stärk­te Ak­ti­vi­tä­ten in den Ver­ein­ten Na­tio­nen, wo nun die Flag­ge des Be­ob­ach­ter­sta­tus ge­hisst wurde; das Feh­len einer po­li­ti­schen Vi­si­on seit den letz­ten Ver­hand­lun­gen mit dem US-Au­ßen­mi­nis­ter John Kerry 2013. Die PPP ist für eine ge­mein­sa­me „Volks­wi­der­stands­front“, in­ner- und au­ßer­halb der PLO; dabei gehe es nicht um mi­li­tä­ri­schen, son­dern um Volks­wi­der­stand, so Ge­nos­se Salhi. Es gelte eine bes­se­re Ko­or­di­nie­rung in den be­tei­lig­ten Grup­pen zu­stan­de zu brin­gen, wenn man eine drit­te In­ti­fa­da er­folg­reich ge­stal­ten wolle. Ra­ke­ten­an­grif­fe lehnt die PPP ab, da sie Is­ra­el immer als Vor­wand für Mi­li­tär­ak­tio­nen und Re­pres­si­on dien­ten. Wich­tigs­tes Nah­ziel ist die Be­en­di­gung der Be­sat­zung; dazu sei in­ter­na­tio­na­le So­li­da­ri­tät er­for­der­lich.
Mit dem stell­ver­tre­ten­den Ge­ne­ral­se­kre­tär der Pa­läs­ti­nen­si­schen KP, Ge­nos­sen Kadri, und wei­te­ren Mit­glie­dern der Par­tei­füh­rung ging es um eine Ein­schät­zung der Mög­lich­kei­ten einer neuen In­ti­fa­da und die Grün­de für das Schei­tern der Be­frei­ung Pa­läs­ti­nas. Die PCP sieht die Trenn­li­nie nicht zwi­schen Fatah und Hamas, son­dern zwi­schen Fatah und dem Volk ver­lau­fen. Die Un­ter­schrift unter das Os­lo-Ab­kom­men habe im Er­geb­nis eine zwei­te „Nakba“ (Ka­ta­stro­phe) für das pa­läs­ti­nen­si­sche Volk ge­bracht. Die heu­ti­gen Auf­stän­di­schen hät­ten mit den Par­tei­en der PLO nichts mehr zu tun und sind nach Über­zeu­gung der PCP Teil einer „schwei­gen­den Mehr­heit“. Is­ra­el und die Hamas be­rei­te­ten der­zeit ein Ab­kom­men vor, des­sen we­sent­li­ches Ziel sei, die Aus­ein­an­der­set­zung „Is­ra­el-Pa­läs­ti­na“ zu einer Aus­ein­an­der­set­zung „Ju­den-Mos­lems“ zu ma­chen. Das wie­der­um deckt sich mit dem Kon­zept „Zwei Staa­ten für zwei Völ­ker“.
Die De­le­ga­ti­ons­rei­se führ­te außer nach Ra­mal­lah auch nach Je­ru­sa­lem, Na­za­reth und Tel Aviv. In der Knes­set, dem is­rae­li­schen Par­la­ment, kam es zu einem Emp­fang durch die Cha­da­sh (De­mo­kra­ti­sche Front für Frie­den und Gleich­be­rech­ti­gung), die seit den letz­ten Wah­len fünf Sitze in­ne­hat; drei davon wer­den von Mit­glie­dern der KP Is­ra­els be­setzt. Dov Khe­nin, schon seit Jah­ren Mit­glied des Ab­ge­ord­ne­ten­hau­ses, weist auf die ge­fähr­li­che Po­li­tik Ben­ja­min Netan­ja­hus hin, wenn es um die Grün­de für die der­zei­ti­ge ex­plo­si­ve Si­tua­ti­on geht: die Sied­lun­gen im Her­zen eines zu grün­den­den Staats Pa­läs­ti­na; die so­zia­le Schlech­ter­stel­lung der ara­bi­schen Min­der­heit; Un­si­cher­heit und keine Aus­sicht auf Frie­den.
Cha­da­sh ist zu den Wah­len in einer „Ge­mein­sa­men Liste“ mit teils re­ak­tio­när-is­la­mis­ti­schen ara­bi­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen an­ge­tre­ten; die Zu­sam­men­ar­beit ist nicht immer ein­fach. Grund war eine Er­hö­hung der Sperr­frist von 2,0 auf 3,25 Pro­zent – ge­mein­sam ist man nun dritt­stärks­te Frak­ti­on. Ai­da-To­u­ma Sli­man, Po­lit­bü­ro-Mit­glied, sprach in der Knes­set zum Miss­trau­ens­an­trag gegen die Netan­ja­hu-Re­gie­rung und nann­te die „wah­ren Ter­ro­ris­ten diese Re­gie­ren­den, die auf Ju­gend­li­che schie­ßen las­sen. Sol­len diese Ver­bre­chen un­ge­straft blei­ben?“ Na­tür­lich fand der An­trag keine Mehr­heit, aber auch in Is­ra­els Ge­sell­schaft gibt es laute Stim­men der Ver­nunft und des Aus­gleichs zwi­schen den Völ­kern.
In Na­za­reth führ­te der Ge­ne­ral­se­kre­tär der KP Is­ra­els, Adel Amer, die Haupt­fel­der der Po­li­tik sei­ner Par­tei aus: Frie­den, Gleich­heit und Klas­sen­kampf. Seine Par­tei hat ara­bi­sche und jü­di­sche Mit­glie­der und tritt öf­fent­lich mit ge­misch­ten Spre­cher/inne/n auf. Die KPI ist in den Städ­ten mit hohem pa­läs­ti­nen­si­schem Be­völ­ke­rungs­an­teil stär­ker, so auch in Na­za­reth.
„Es gibt all­ge­mei­ne An­grif­fe auf Ar­bei­ter­rech­te; aber bei Ar­beits­un­fäl­len sind Ara­ber mehr be­trof­fen“, macht der Ge­ne­ral­se­kre­tär auch na­tio­na­le Be­nach­tei­li­gun­gen aus, von denen es eine ganze Reihe sta­tis­tisch er­fass­ba­re gibt: die Ar­beits­lo­sig­keit liegt in Is­ra­el bei of­fi­zi­ell 5,3 Pro­zent (Ara­ber 22 %, Juden 4 %); 65 Pro­zent der pa­läs­ti­nen­si­schen Frau­en ar­bei­ten nicht; 40 Pro­zent der aka­de­mi­schen pa­läs­ti­nen­si­schen Frau­en sind ar­beits­los, wei­te­re 50 Pro­zent sind un­ter­qua­li­fi­ziert be­schäf­tigt; das Durch­schnitts­ein­kom­men be­trägt 2 440 US-Dol­lar (für Ar­bei­ter nur 1 500 US-Dol­lar) und ist bei der jü­di­schen Be­völ­ke­rung um 15 Pro­zent höher als bei der ara­bi­schen; 23 Pro­zent der is­rae­li­schen Be­völ­ke­rung lebt un­ter­halb der Ar­muts­gren­ze – für das Fünf­tel ara­bi­scher Be­völ­ke­rung Is­ra­els gilt das für 54 Pro­zent. Die Kin­der­ar­mut bei den einen be­trägt 60, bei den an­de­ren ge­ra­de 14 Pro­zent. Die so­zia­len Pro­tes­te des Jah­res 2011, vor allem um Woh­nungs­not und -prei­se, die Is­ra­el für ein paar Wo­chen aus­nahms­wei­se mit an­de­rem als dem Kon­flikt in die Welt­pres­se brach­te, haben kei­nen Sieg da­von­ge­tra­gen, aber das Kämp­fen ge­zeigt. „Die Re­gie­rung über­tüncht letzt­lich immer alles mit dem Kon­flikt mit den Pa­läs­ti­nen­sern oder dem Iran“, sagt Ge­nos­se Amer.
Ob eine drit­te In­ti­fa­da er­folg­reich sein könne? Nicht be­waff­net, sagt die KP Is­ra­els. 2000 war die zwei­te nach drei Wo­chen schon be­waff­net; das gibt Is­ra­el Vor­wand für mi­li­tä­ri­sche Härte.
In allen Ge­sprä­chen mit po­li­ti­schen Ver­tre­tern kommt es zu Nach­fra­gen be­züg­lich des vor zehn Jah­ren be­gon­ne­nen BDS (Boy­kott, Ka­pi­tal­ab­zug, Sank­tio­nen). Nach un­ter­schied­li­chen Quel­len sol­len die bis­he­ri­gen Ver­lus­te für Is­ra­el ins­ge­samt acht Mil­li­ar­den US-Dol­lar be­tra­gen. Die pa­läs­ti­nen­si­schen Ver­tre­ter sind für Boy­kott­maß­nah­men gegen Is­ra­el („Der Boy­kott ist die Waffe un­se­rer Freun­de – un­se­re Waffe ist die In­ti­fa­da“), al­ler­dings soll­ten sie sich nach Mei­nung der meis­ten nur auf Pro­duk­te aus den be­setz­ten Ge­bie­ten be­zie­hen, die Is­ra­el als „Made in Is­ra­el“ ex­por­tiert. Die De­le­ga­ti­ons­teil­neh­mer aus Bel­gi­en und Por­tu­gal be­rich­te­ten von Er­fol­gen der Kam­pa­gne in ihren Län­dern; dass in Deutsch­land eine sol­che Kam­pa­gne an­ge­sichts der Ge­schich­te schwie­rig ver­mit­tel­bar wäre, weil sie me­di­al als An­ti­se­mi­tis­mus aus­ge­legt würde, leuch­te­te den pa­läs­ti­nen­si­schen Ge­sprächs­part­nern durch­aus ein. An­de­rer­seits sind auch nicht alle dafür: Ge­ra­de is­rae­li­sche Linke, so vor allem auch Mit­glie­der der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Is­ra­els, fra­gen nach dem Sinn der Kam­pa­gne, die haupt­säch­lich Agrar­pro­duk­te meint, wo­hin­ge­gen die Haupt­ex­port­er­lö­se Is­ra­els Hoch­tech­no­lo­gie und Mi­li­tär­gü­ter seien. Die Ge­sell­schaft rücke zudem an­ge­sichts einer sol­chen „Be­dro­hung von außen“ eher zu­sam­men; zum Nach­teil der Pa­läs­ti­nen­ser.
Diese De­bat­te wurde auch bei einem Zu­sam­men­tref­fen mit Mit­glie­dern der is­rae­li­schen Frie­dens­be­we­gung in Tel Aviv ge­führt. Daran nah­men Ver­tre­ter von Gush Shalom (Frie­dens­block), dem „Frie­dens­zir­kel Fa­mi­li­en“ (An­ge­hö­ri­ge von Op­fern des Kon­flikts), einer Kriegs­dienst­ver­wei­ge­rer­or­ga­ni­sa­t­i­on und von KPI und Kom­mu­nis­ti­scher Ju­gend teil. Die Frie­dens­be­we­gung sieht sich der­zeit deut­lich ge­schwächt. Ei­gent­lich ge­schieht das immer, so ein Ak­ti­vist, wenn der ge­mä­ßig­te zio­nis­ti­sche Block, also die Ar­beits­par­tei, den Schutz des Staats Is­ra­el durch An­grif­fe von Pa­läs­ti­nen­sern in Ge­fahr sieht, so un­gleich ver­teilt die Waf­fen auch sein mögen. Selbst als Re­gie­rung, wie unter Ehud Barak, der in Camp David im Jahr 2000 ver­lau­te­te: „Ara­fat will sich nicht be­we­gen“, als man der PLO völ­lig in­ak­zep­ta­ble Vor­schlä­ge ge­macht hatte.
Das Pro­blem der Frie­dens­be­we­gung in einem Land, wel­ches seine Staats­gren­zen be­wusst nie fest­ge­legt hat, weil es auf re­li­giö­sen Über­zeu­gun­gen wur­zelt, ist grund­sätz­li­cher Art. Is­ra­el kann kei­nen Frie­den ma­chen, so­lan­ge Kräf­te die Ober­hand haben, die kei­nen Ara­ber im Ge­biet Pa­läs­ti­nas sehen wol­len. Schon gar nicht einen Staat der Pa­läs­ti­nen­ser.


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